Wege

Wege 1

Am Anfang das Schreien
Die natürlichste Sache der Welt
Abgegeben und später wiedergeholt
Die Verantwortung
Aufgewachsen mit den Gebärenden
Zwischen zwei Welten
Ein Zögling
Dann Schüler der Verbesserungen
Immer wieder mit Leben
Das Feste aufbrechen
Vom Reden zur Arbeit
Das Pfund
Zwischendurch immer ein Häufchen Elend

Wege 2

Erleben
Dann die Welt im Gedicht
Später die Zwiesprache
Der Dialog
Bis es ausgesprochen
Alles gesagt war
Vor dem Verstummen
Mit Anderen arbeiten
Regie führen
Vor dem Schweigen
Der Versuch
Leben in der Beschreibung zu zeigen
Prosa bis an die Grenze des Nichts

Wege 3 

Alles ist in Bewegung.
Erfahrung versucht sich im Wort.

Der Geist vagabundiert.
Wandeln sich Worte in Erfahrung?

Die Worte vergessen.
Die Nichtigkeit der Sprache erleben.

Ohne herauszutreten verstehen.
Die Welt der Gegensätze ist ein Gefängnis.

Innen und außen haben den gleichen Ursprung.
Die Wahrheit liegt zwischen Sein und Nichtsein.

Stille ist der Weg zum Raum.
Leere ist eine Konzentration.

Leben mit dem, was ohne Wort ist.
Wirken auf das, was noch nicht da ist.

Machen das Nichtmachen.
Ohne Unterschied am Ende der Not.

……..

Drei biografische Gedichte aus ‚MENGSEL – Gedichte zwischen den Welten – Texte aus 40 und … Jahren in annähernd zeitlicher Reihenfolge ihrer Entstehung.‘
(Sammlung, bisher unveröffentlicht.)