Räuber Hood oder genug für alle reicht manchen nicht

Von der Kunst den Bogen zu spannen. Schauspiel.

Nach ‚A Geste of Robyn Hode’, der alten Balladensammlung des englischen Druckers Wynkin de Worde und anderen altenglischen Volksliedern geschrieben, versucht ‚RÄUBER HOOD …‘ für die mittelalterlichen ‚Fitten‘ – eine Art Gesang, Spielformen zu finden und in späteren Jahrhunderten dem Sujet Hinzugedichtetes, vom Kern des ‚Urtextes‘ und seiner Erzählung fernzuhalten. Denn jene Männer, dessen Leben man auf ‚literarischen‘ Spuren bis ins frühe 14. Jahrhundert nachverfolgen kann, waren Räuber, die erst wegen ihrer Reputation anderen vom Geraubten gaben.

… Einige Fitten / Lieder aus dem Stück …

VOM NICHT GENUG

Genug ist nicht genug,
Drum braucht es den Betrug.
Wenn einer alles hat,
ist er noch lange nicht satt.

Dass ein Viel mehr werde,
überall auf der Erde.
Stellt mancher anderen ein Bein.
Reich sein, ist gefährlich und fein.

ROBINS LIED

Munter bin ich,
wenn ich im Wald geh.
Ein Kind der Sonne,
ich für die Freiheit einsteh.
Schleppt sich einer beladen dahin.
Nehme die Last von ihm.
Hat einer nichts am Leib.
Gebe ihm sogleich.
Schaffe den Ausgleich!
Mache kein Federlesen,
genug für alle Wesen.

BETTLERS BITTGESANG

Nimm dein Messer weg,
ich fürchte mich vorm Tod.
Lasse mir das Leben,
trotz Leid und Not.
Wenn du mich erschlägst,
versündigst du dich schwer.
Ich tat keinem ein Leid,
noch nie bisher.

MÖNCHS LIED

Das Geld, das man anderen gibt,
sieht man nimmer mehr.
Drum gebe ich es nicht aus.
Ich liebe Geld zu sehr.
Lasse ich mir was spenden
oder von Gott senden?
Das Geld, das man gibt,
sieht man nie wieder.
Drum geb ich es aus
für mich lieber.
Lasse ich mir was spenden
oder von Gott senden?
Wer glaubt nicht?
Es gibt bessere Tage.
Mir gehört,
was ich unter der Kutte trage.
Lasse ich mir was spenden
oder von Gott senden?

SHERIFFS SONG

Haue ich munter drauf los,
fällt mir alles in den Schoß.
Schlimmer als ich kann niemand sein.
Der Schrecken ist mein Handwerk.
Vor mir machen sich alle ein.
Ich trete, schlage, hänge auf.
Was kann ich dafür?
So ist der Zeiten Lauf.
Ich hacke ab, stoße, steche zu.
Was mir Angst macht,
füge ich anderen zu.
Ich lasse sie kommen,
dann reagiere ich im Nu.
Alle sind zu zwingen,
mir Abgaben zu bringen.
Ich schneide ihrem Groll die Zungen ab.
Aber nicht zu knapp.
Das ist bei mir so Sitte.
Da hilft kein ‚aber‘ und kein ‚bitte‘.
Wo was zu holen ist,
greife ich zu.
Ich zocke alle ab.
Auch der König ist bald nackt.
Der denkt auch nur an sich.
Ich denke an mich.
Denkt jeder an sich,
ist an alle gedacht.
Ich hab die Macht.

KÖNIGSLIED

Was sind die Leute gerissen.
Wie oft werde ich beschissen?
Macht einer seinen Senker nicht,
stänkere ich.
Will einer mich nicht lieben,
muss ich ihn dazu kriegen.
Wollen die Untertanen mir nicht folgen,
muss ich sie überzeugen,
dass nur auf meinem Weg,
die Fahne des Sieges weht.
Ein Freund ist besser, als ein Feind.
Wer weiß das nicht?
Das wäre doch gelacht,
wenn dieser Robin,
was ich will, nicht macht.

MARIANS LIED

Ich war eine Lady
und ging in den Wald.
Mit dir werd ich alt.
Die Feder am Hut.
Die steht dir gut.
Nicht nur für mich,
für alle hast du Mut,
trägst du die Feder,
wie die Krone der Freiheit,
auf dem Hut.

AUSLIED Chor

Für alle reicht es nicht.
Das ist ein übles Gerücht.
Bei einem beschaulichen
und bescheidenen Leben,
wird es für alle was geben.
Es gibt für alle genug.
Doch seid auf der Hut,
dass euch niemand nimmt,
was ihr braucht.
Denn diese Leute gibt es auch.

Den Text für das Schauspiel können Sie unter der in der Rubrik ‚Rechte‘ genannten Anschrift erhalten.
Es gibt auch ‚Das Puppenspiel vom Räuber Hood‘, das sich im kleineren Umfang den Themen nähert.