PTE-HO-I-YA-PI. Spielbuch

Spiele nach Geschichten, die immer schon erzählt wurden. Schauspiel.

PTE–HO–I–YA-PI ist ein Spielbuch, eine Sammlung von Schauspielen nach Mythen der Ebenen (Sioux). Eine Schöpfungsgeschichte, Geschichten die unter den Menschen, Geschichten die im Tierkreis spielen. Der Ort, eine Siedlung im Urwald von Tieren umgeben, die das Leben der Menschen kreuzen. Tier- und Menschsein in Einzeldarstellung und Zusammenspiel von Natursein und Weltsicht.
Im Zusammenspiel reagieren die verschiedenen Wesenheiten untereinander, aufeinander, miteinander. Mensch und Tier machen Erfahrungen aneinander. Ihr Bezugssystem verändert sich.
Jedes Schauspiel zeigt für sich eine Geschichte, kann aber auch in der Montage mit anderen Schauspielen der Sammlung gespielt werden. Es entstehen aus mehreren, andere, nicht geschriebene Geschichten und Sichtweisen.

Stücke des Spielbuchs:

GESICHTE DER SCHÖPFUNG

VON DER WEISSEN BISONKUHFRAU

SPINNE WICKELT MONSTER EIN

WAS DIE BISONKUH SPRICHT

GANS BRAUCHT EIN LIED

BRUDER SCHWESTER MANN UND FRAU

STEPPENWOLF KOMMT AUF DEN HUND

VON DER FRAU DEREN MÄNNER EIN JÄGER UND EIN BÄR WAREN

SCHILDKRÖTE ZIEHT IN DEN KRIEG

BIS DIE WEISSEN BISONS STERBEN

Einige Kurzbeschreibungen:

SPINNE WICKELT MONSTER EIN, stellt Spinne als eine listige Natur vor. Monster dagegen ist ein gewaltiger Dummkopf. In der Not erweist sich Spinne, als Meisterin der Worte, der klug gesetzten Lüge. So wird sie von der Bedrohten zur Ratgeberin und macht den Jäger zum Gejagten. Sie bezwingt ihre Angst, verschwistert sich scheinbar mit dem bedrohten Monster und erfährt so von seiner wunden Stelle. Sie offenbart das Geheimnis den Menschen und ermöglicht ihnen die Jagd auf das Monster.

In DIE GANS BRAUCHT EIN LIED überlistet die hungrige Spinne eine dumme Gans. Sie packt sie bei ihrer Eitelkeit und fängt sich so einen Braten, den sie an den Steppenwolf verliert, der Botschaft vom geplagten Monster überbringt und dabei das Gänsefleisch entwendet.

Er ist der Held von STEPPENWOLF KOMMT AUF DEN HUND, ein Antiheld, der zwar mit Pfeil und Messer einen Bison erlegt, die Beute aber nicht verteidigen kann. Gelingt es ihm noch mit List, den Bären aus dem Feld zu schlagen, so ist es gegen anderes hungrige Gewimmel machtlos. Er gibt dem Wunsch nach, ohne Kampf und Mord zu leben, lernt Gras fressen wie der Bison. Das friedliche Verhalten dauert nur so lange, bis ein Gegner kommt, der sich wölfisches Verhalten anmaßt. Da wird der Wolf wieder zum Wolf.

SCHILDKRÖTE ZIEHT IN DEN KRIEG ist ein Monolog, die neue Geschichte der Geschichtenerzählerin Schildkröte, der keiner mehr zuhören wollte, bevor sie sich aufmachte, sich einen Feind zu suchen und als Kriegerin neues Ansehen zu gewinnen. Ihr Plan gelingt, sie hat wieder etwas zu erzählen und bekommt Zuhörer für die Geschichten, von den neuen Freunden, die alle auf der Strecke bleiben, von dem Mord am Ufer und der Verfolgung durch die Menschen, denen sie schließlich entkommt.

In WAS DIE BISONKUH SPRICHT möchte ein Junge sein Mädchen zur Frau. Doch bevor sie seine Frau werden kann, schickt sie ihren Freund auf die Suche nach sich selbst, in dem sie ihn auf die Suche nach dem PTE-HO-I-YA-PIE schickt. Durch seine Erlebnisse findet er sich und ahnt, was sie für ihn ist. Wie der Junge zum Mann wird, wird das Mädchen zur Frau. Nie sucht der Liebende, ohne von der Geliebten gesucht zu werden, denn vielleicht ist der Abschied der Beginn der Liebe.

Eine Szene daraus:

WIE DER VATER MEINES VATERS

MANN Ich trank das Wasser des Bachs und aß die Früchte des Waldes. Nachdem ich viele Tage gehungert hatte, machte ich mich auf den Weg. Nachdem ich lange gehungert hatte, stärkte ich mich. Aß vom Baum herunter und was am Boden wuchs, nahm ich zu mir. Bis an den grünen Rand des Südens, bis zum Ende des Festlands, bin ich gekommen. Wie eine Maus sah ich alles aus nächster Nähe. Am weißen Rand des Nordens war ich, wo mir in Gestalt des Bison das Wissen gegenüber stand. Der Westen war schwarz wie das Fell eines Bären, in das ich mich versenkte und zu mir fand. Ich war im gelben Osten, flog wie ein Adler, um von fern weit zu sehen. Ich habe die Ebenen durchschritten, war hoch auf den Bergen über den Wolken. Bin die Tiefen der Wasser durchschwommen um die Gefahr und die Freude zu kennen. Ich habe Sonne in meinem Herzen und den Schnee gefunden. Nachdem ich lange gehungert hatte, machte ich mich auf den Weg, wie der Vater meines Vaters. Auf meinen langen Weg, der mich an das Mädchen band. Nie sucht der Liebende, ohne von der Geliebten gesucht zu werden. Ich habe gehört was gesprochen wurde, was sich zutrug gesehen. Einen Bruder verloren und gefunden. Vielleicht ist der Abschied der Beginn der Liebe.

Das Spielbuch oder einzelne Theatertexte daraus können Sie unter der in der Rubrik ‚Rechte‘ genannten Anschrift erhalten.